Werningshäuser Arbeitssieg schafft beste Voraussetzungen

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Am vergangenen Samstag gab es so einiges was man in Kannawurf aus vollen Zügen genießen konnte. Das tolle Wetter, die schöne Sportanlage, das frisch gezapfte Bier am Nachmittag. Das Spiel zwischen Kannawurf II und dem SFC gehörte jedoch über weite Strecken nicht unbedingt dazu.

Nicht, dass es ein furchtbar schlechtes, oder gar unspannendes Spiel gewesen wäre. Die Partie hatte durchaus ihre Höhepunkte. Allerdings war es mal wieder eines dieser Spiele zum Haareraufen.

Eigentlich präsentierte sich der SFC gut, erarbeitet sich viel Ballbesitz und suchte stets den Weg Richtung gegnerisches Tor. Und auch Kannawurf beschränkte sich keineswegs bloß auf das Verteidigen, sondern überraschte immer wieder mit zumindest im Ansatz gefährlichen Kontern.

Dennoch wollte kein wirklich schönes Fußballspiel aus Sicht der Werningshäuser daraus werden. Und das lag vor allem daran, dass es über weite Strecken im entscheidenden Moment abwechselnd an mindestens einem von drei Dingen fehlte: Mut, der richtigen Idee oder Präzision.

Dennoch war es über weite Strecken ein Spiel auf ein Tor und anders als in ähnlichen Spielen gegen Schwerborn oder Großrudestedt, die beide verloren gingen, nahm der SFC drei ganz wichtige Punkte mit nach Hause. Und wenn wir den Verlauf betrachten, haben wir einen verdienten Arbeitssieg gesehen.

Fehlende Konsequenz zum Beginn

Bereits in den ersten fünf Minute zeigte Werningshausen an, wohin die Reise gehen sollte: konsequent in Richtung gegnerisches Tor.

Zuerst brachte Christian Pohl den Ball aus kurzer Distanz jedoch aus spitzem Winkel nicht im Tor unter, sondern lupfte das Spielgerät direkt in die Arme des über die gesamte Partie starken Heimtorwarts (2. Minute). Keine zwei Minuten später sorgte dann eine Schiedsrichterentscheidung für den ersten großen Aufreger der Partie.

Genau genommen handelte es sich dabei um einen ausgebliebenen Pfiff. Nachdem der Ball aus dem Mittelfeld scharf auf den zentral wartenden Benny Kind gespielt wurde, nahm die Flugbahn des Balles eine überraschende Wendung und das Spielgerät erreichte nicht den frei 16m vor dem Tor postierten Werningshäuser Angreifer.

Für viele war klar, dass die Hand des Gegners daran Schuld war. Nicht so jedoch für den Schiedsrichter. So blieb sowohl die 100prozentige Chance als auch der eigentlich fällige Freistoß aus.

Im direkten Gegenzug meldete sich dann Kannawurf zum ersten Mal vor dem Gästetor. Nach einem schnell gespielten Konter brachte der Kannawurfer Angreifer den Ball per Kopf auf das Tor. Der Gästekeeper hielt jedoch sicher.

Von dieser Chance einmal abgesehen spielten sich die ersten zehn Minuten fast ausschließlich im Kannawurfer Drittel ab. Dennoch gelang es Werningshausen nicht, daraus Zählbares zu machen. Grund dafür war häufig fehlende Entschlossenheit seitens unserer Angreifer.

Exemplarisch dafür sind zwei Situationen in der 6. und 11. Minute. Zuerst schickt Lars Heßland Christian Pohl mit einem sehr guten Pass steil in den Strafraum. Der Angreifer, der den Ball zuerst ganz hervorragend unter Kontrolle bringt, kann sich dann aber nicht zur entscheidenden Aktion überreden und dribbelt sich fest.

Nur fünf Minuten später tut es ihm der Passgeber gleich, der unbedrängt von der Mittellinie bis zum gegnerischen 16er spazieren durfte, sich dann aber nicht zu einem Abschluss durchringen konnte, sondern sich in der gegnerischen Abwehr verrennt.

Der SFC wird mutiger

Diese beiden Szenen waren typisch für die erste Halbzeit, ja teilweise sogar für das gesamte Spiel. Erst relativ spät, in der 10. Minute versuchte ein Spieler des SFC einen Fernschuss. Jedoch wurde Kevins Schuss aus 20 Metern vom Torwart gehalten.

Fernschüsse wären aber durchaus ein guter Weg gewesen, den Gegner unter Druck zu setzen und das eine oder andere Tor zu erzielen, durfte der SFC sich doch häufig recht unbedrängt auf Strafraumhöhhe nähern. Kannawurf stand streckenweise extrem tief.

So war es auch ein Fernschuss der die bis dahin beste Chance hervorbrachte. Christian Pohl zog mit einer feinen Bewegung aus 16m aus der Drehung ab. Der Ball flog jedoch knapp über den Kasten (15. Minute).

Eine Minute später dann die nächste Direktabnahme. Dieses mal verwertete Dennis Helmis eine Flanke von Sebastian Heinemann, verfehlte das Tor jedoch ebenfalls.

Direkt hieß jetzt scheinbar die Parole. Auch die nächste Chance stand wieder unter diesem Motto: Nach Flanke von Kevin zog Sebastian Heinemann aus 7m direkt ab und vergab wieder knapp.

Der in Minute 15 begonnene Chancenreigen wurde dann durch Benny vorerst abgeschlossen, als dieser in der 21. Minute an zwei Gegenspielern hängen blieb und in der 24. Minute nach einer Ecke aus spitzem Winkel knapp vorbei köpfte.

Die stärksten zehn Minuten der Gäste blieben unbelohnt. Positiv war jedoch, dass der fehlende Wille zum Abschluss, der die erste Viertelstunde so geprägt hatte nun nicht mehr zu erkennen war.

Plötzlich eiskalt

Und so belohnten sich die Gäste nach einer knappen halben Stunde auch endlich für eine unterm Strich dann doch recht ordentliche Leistung gegen einen unangenehmen Gegner. Benny tat, was er in den letzten Partien, nachdem er sich immer mehr im linken Mittelfeld eingefunden hatte, so häufig getan hat. Er tankte sich bis zur Grundlinie durch und zog den Ball scharf in Richtung gegnerischer Fünfmeterraum.

Der dort wartende Sebastian Heinemann verfehlte den Ball zwar knapp, das Spielgerät war aber keinesfalls unter Kontrolle der Abwehr. In einem heillosen Durcheinander gelangte der Ball schließlich zu Dennis, der das Leder aus spitzem Winkel ganz trocken im Netz versenkte. Dennis Treffer markierte das 0:1 für den SFC in der 29. Minute.

In der Folge versuchten die Salamander nachzulegen und mindestens noch das 0:2 vor der Halbzeit zu markieren. Chancen dazu gab in der Tat.

Daran beteiligt war auch zweimal der Torschütze zum 0:1, der in der 31. Minute nach einer Ecke den Ball per Kopf über das Tor beförderte und zehn Minuten später auf den gut positonierten Sven Pauli ablegte, der aus 14m den Winkel nur knapp verfehlte. Zwei Minuten zuvor forderte Pauli bereits den gegnerischen Torwart aus 16m, der den Schuss jedoch parieren konnte.

Fast hätten sich die Salamander mit einem Unentschieden zur Halbzeit abfinden müssen. Kurz vor Abpfiff verspekulierte sich die Werningshäuser Hintermannschaft, die geschlossen ein Abseits gesehen haben wollte und daher verpasste, rechtzeitig auf einen guten Konter der Heimmannschaft zu reagieren. So kam Kannawurf zu einem vielversprechenden Abschluss aus 14m der jedoch ganz stark von Philipp Appenroth abgelenkt wurde.

So ging ein fahriges aber streckenweise gar nicht so schlechtes Spiel in die Halbzeit. An die starken Auftritte der letzten Wochen gegen Riethnordhausen und Niedernissa konnte man jedoch nicht anknüpfen. Dazu schien das Werningshäuser Spiel heute etwas zu überhastet und nicht immer ganz entschlossen.

Grund dafür war vielleicht auch, dass es bei einigen Spielern trotz engagierter Leistung und eigentlich ausreichendem Können heute einfach nicht klappen wollte. Am deutlichsten zu erkennen war dies bei Christian Pohl. Christian lief viel, war sicher am Ball, suchte die richtigen Laufwege – und patzte regelmäßig im entscheidenden Moment oder hatte einfach Pech.

So auch direkt nach Wiederanpfiff, als ein in den 16er zu Benny gelangt, der auf den zentral  fast freistehenden Christian ablegt. Das Tor blieb aber aus. Christian hatte heute einfach das Pech am Schuh und trat über den Ball.

Kurzer Schock nach Wiederanpfiff

In der Folge ging das Spiel für fünf Minuten hin und her und beide Teams erarbeiteten sich einige Halbchancen. Der SFC war zu diesem Zeitpunkt noch nicht recht im Spiel und Kannawurf hoffte mit der Luft der Halbzeit auf den Ausgleich. Und der sollte gerade dann fallen, als Werningshausen den Kompass wieder auf das Kannawurfer Tor justierte.

Nach einer guten Chance durch Sebastian (50. Minute, aus 11m ans Außennetz) und Sven Pauli (16m Direktabnahme, Torwart hält) nur eine Minute später, sah alles nach einer Fortsetzung der Dominanz der ersten Hälfte aus.

Gerade in dieser Phase tat der Pfiff des Schiris besonders weh, bedeutete dieser doch Elfmeter für die Heimmannschaft. Vorausgegangen war dem Pfiff ein nicht ganz konsequent abgewehrter Angriff Kannawurfs. Der Ball trudelte hoch auf den äußerst rechten Rand des 5-Meter-Raumes zu. Angreifer und Torwart versuchten sich beide in die idealere Position zu schieben und der Schiedsrichter sah ein Halten des Werningshäuser Torhüters. Ein Elfer, den man vielleicht unter “kann man geben, muss man aber echt nicht” abhaken möchte.

Der Elfer bedeutete das 1:1 in der 54. Minute.

Werningshausen reagierte wütend. Kevin zog gleich zwei mal hintereinander aus der Distanz ab (55., 59. Minuite), verfehlte aber beide male den gegnerischen Kasten. Benny versuchte sich in der 60. Minute ebenfalls aus der Distanz und Christian Pohls Freistoß landete – bezeichnend heute – nach starker Parade nur an der Latte (64. Minute).

Der SFC zeigte damit aber deutlich, das ein Punkt hier nicht genug sein sollte.

Noch mehr Druck in Überzahl

Seit der 67. Minute durfte man dann sogar in Überzahl spielen, als ein gegnerischer Spieler Roger aufs übelste beleidigte und dabei scheinbar übersehen hatte, dass der Schiedsrichter in Hörweite stand. Die Folge: Rot wegen Unsportlichkeit.

In Überzahl wurden die Werningshäuser Angriffe noch zahlreicher. Einem weiteren Aluminiumtreffer durch Sebastian Heinemann (Latte) folgte der dritte seiner Art durch Sven Pauli (Fosten) in der 72. Minute.

Die erneute Führung war längst überfällig und hätte spätestens durch Christian Pohl erzielt werden müssen, der den Ball freistehend aus 6m über Torwart und Tor lupfte.

Für das erlösende 1:2 brauchte es schließlich einen Standard und die geballten 1,91m des Werningshäuser Kapitäns Lars Heßland, der den Ball in der 77. Minute nach Ecke Benny per Kopf im Tor versenkte.

Die übrigen 13 Minuten waren geprägt durch Werningshäuser Ballbesitz und eine zunehmende Unordnung in der Gästeabwehr. Bezeichnend dafür die letzte Aktion des Spieles als gleich mehrere Werningshäuser Spieler durch den Strafraum spazieren durften. Irgendwie bezeichnend aber auch, dass aus so viel Freiheit nicht das 1:3 resultierte.

Aufstieg schon am kommenden Sonntag möglich

Unterm Strich haben wir ein ordentliches Spiel gegen einen schwierigen Gegner gesehen der am Ende sicher etwas zu niedrig ausgefallen ist. Wichtig waren jedoch die drei Punkte, die unsere Jungs souverän mit nach hause gebracht haben und die umso mehr wert sind, da Verfolger Niedernissa am Sonntag Punkte beim TFC gelassen hat.

So kann durch einen Sieg am Sonntag zuhause gegen Nöda bereits vorzeitig der Staffelsieg und damit der Aufstieg in die Kreisliga gesichert werden. Drücken wir die Daumen, hoffen auf ein gut besuchtes Spiel und einen Sieg des SFC.

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