Nicht schön aber ereignisreich – Auswärtsniederlage bei Union Erfurt

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Wer das Speil des SFC bei Union Erfurt nicht sehen konnte, hat zwar kein schönes, aber ein sehr ereignisreiches Spiel verpasst. Bei herbstlichen Temperaturen trat der SFC auf dem Kunstrasenplatz der Unioner an, mit dem Ziel, drei Punkte mit nach Werningshausen zu nehmen.

Nach 90 Minuten stand es 4:2 für Union. Dem Abpfiff vorangegangen war ein Spiel, in dem die Gäste lange brauchten, um sich an den ungewohnten Untergrund anzupassen. Ein Spiel, in dem der Schiedsrichter lange den Mut suchte, in einer besonders von Hausherren-Seite sehr hart geführten Partie durchzugreifen. Und ein Spiel, das man bei Lichte betrachtet in nur 20 Minuten verloren hat.

Frühe Führung und unsichere Abwehr

Schon früh in der Partie (2) ging Union in Führung und schaffte es sogar, 18 Minuten später den zweiten Treffer vorzulegen. Beide Treffer resultierten dabei aus einem schnellen Spiel in die Spitze, wobei die Werningshäuser Hintermannschaft jedes mal sehr unorganisiert und unsicher wirkte. Das ungewohnte Geläuf machte besonders der Abwehr zu schaffen. Bälle versprangen schon bei der Annahme, Pässe kamen auf dem stumpfen Kunstrasen zu kurz und es gelang ein ums andere mal nicht, hohe Bälle per Dropkick zu klären.

Dennoch spiegelte das 2:0  zu diesem Zeitpunkt den Spielverlauf nicht adäquat wieder. In der ersten viertel  Stunde hatten die Gäste durchaus gleichwertige Anteile am Spiel und generierten so auch Abschlüsse und Torchancen. Jedoch ohne zählbares Ergebnis, während die Hausherren in der Spitze ausgesprochen effizient agierten.

Verloren wurde das Spiel erst zwischen der 20. und 40. Minute. In diesem Zeitraum gab der SFC das Spiel gänzlich aus der Hand. Es war besonders die raue Gangart  der Unioner, die Werningshausen daran hinderte, wieder ins Spiel zu finden.

Hartes Spiel ohne Linie

Schon früh in der Partie hätte es gut und gerne drei gelbe Karten gegen Union geben dürfen. Der noch junge und sichtlich überforderte Schiedsrichter verpasste jedoch ein ums andere mal, dem Spiel eine klare Linie zu geben und allzu übereifrige Erfurter in die Schranken zu weisen.

Die erste Gelbe Karte der Partie wurde erst in der 60. Minute gegeben. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Zuschauer schon eine ganze Reihe grober Fouls bestaunen. Der Zeitpunkt, endlich Autorität zu kommunizieren war daher viel zu spät gewählt, weswegen es auch nicht gelang, eine immer hitziger werdende Partie zu beruhigen.

Begünstigt wurde die Erfurter Drangphase durch zwei unglückliche Aktionen des Werningshäuser Torwarts, der in eben diesen 20. Minuten ebenso vollkommen seine Form verloren hatte, wie der Rest der Mannschaft.

So war auch der Elfmeter (25. Minute), der zum 3:0  führte durch den Gästetorhüter verursacht, der etwas übereifrig herauslief und im 1 gegen 1 den Erfurter Angreifer zu Boden riss.

Auch fünf Minuten später sah Philipp nicht gut aus. Union schlug einen flachen Ball von der linken Grundlinie scharf vors Werningshäuser Tor. Weder Abwehr noch Torhüter gelang es, den Ball im Fünfer abzufangen und die Situation so zu entschärfen. So trudelte der Ball zum langen Pfosten, wo ein Erfurter Angreifer nun nur noch einschieben musste.

Nach dreißig Minuten sah alles nach Debakel aus und so kam der Halbzeitpfiff recht gelegen.

Das große Aufbäumen

Halbzeit zwei allerdings, hatte mit dem Spiel aus der ersten Hälfte nicht mehr viel zu tun. Es spricht sehr für den Charakter der Mannschaft, dass diese keinesfalls frustriert, sondern sehr entschlossen und motiviert aus der Kabine kam.

Die Gewöhnungszeit war vorbei und Werningshausen agierte nun sicherer auf dem Kunstrasen. Auch begann man endlich, den Hausherren mit deren eigenen Mitteln zu begegnen und lies sich auf die raue Gangart ein. Körperlichkeit war etwas, was in der ersten Halbzeit nur von der Heimseite ausging. In Halbzeit zwei trat der SFC robuster auf, was zu mehr eigenem Ballbesitz führte.

Auch die beiden Einwechslungen (Pascal für Hafid und Nico für Steven Triebel) taten dem Spiel sichtlich gut.

Werningshausen war von der ersten Minute an weit näher am Anschlusstreffer als die Erfurter am 5:0.

Rot für Werningshausen

Der größte Aufreger der zweiten Halbzeit war aber erst einmal eine Gemengelage aus der der SFC nur noch zu zehnt und ohne Trainer herausging. Mitten in der sehr aufgeheizten Partie zeigte sich deutlich, wie sehr es sich rächen kann, wenn der Schiedsrichter verpasst, dem Spiel eine Linie zu geben und folglich ganz ohne eigene Autorität dasteht.

Auslöser der Szenen war ein Laufduell zwischen Lukas und einem Erfurter Abwehrspieler. Letzterer brachte Lukas zu Fall und traf ihn mit dem Fuß am Kopf. Der Schiedrichter pfiff und alle dachten, er hätte richtigerweise auf Foul gegen Erfurt entschieden. Für gefährliches Spiel hätte es nun folgerichtig Gelb geben müssen.

Diese blieb aber aus und es kam zu mehreren Rangeleien zwischen Erfurter und Werningshäuser Spielern. Nur durch Hilfestellung des erfahreneren Linienrichters gelang es, die Situation aufzulösen. Zuvor jedoch wurde der etwas übermotiviert “argumentierende” SFC-Trainer durch den Schiedsrichter in die Kabine verbannt.

Das Spiel wurde irrwitziger Weise mit einem Einwurf für Werningshausen fortgesetzt. Der Einwurf war es schließlich auch, der zur roten Karte für Lukas führte. Dieser, noch immer sehr in Rage, warf den Ball nämlich keineswegs zum Mitspieler, sondern wuchtete das Spielgerät wütend in Richtung der gegnerischen Abwehr. Eine Handlung, die der Schiedsrichter als Unsportlichkeit wertete und daher Rot gab.

In dieser Situation konnte man sicher so entscheiden. Eine ähnliche Entschlossenheit hätte man sich aber auch in den vorangegangenen 65 Minuten gewünscht. Dann hätte aus dem Aufeinandertreffen vielleicht sogar ein richtig gutes Fußballspiel werden können.

So blieb es bei einer kampfbetonten, zerfahrenen Partie in der der SFC in Unterzahl noch einmal richtig Feuer machte.

Die Werningshäuser Drangphase

In der 74. Minute landete eine Flanke vor Pascals Füßen, der das Spielgerät aus der Drehung ins Tor brachte und so seine Einwechslung rechtfertigte. Keine zehn Minuten darauf verwandelte Kevin aus halbrechter Position und schlug den Ball zum 4:2 ins lange Eck.

Jetzt begann Erfurt richtig zu wackeln und die folgenden 7 Minuten drängte der SFC auf weitere Tore, die auch fast noch gefallen werden.

So brachte Kevin nach einer Ecke den Ball per Kopf aufs Tor, wo aber ein Verteidiger auf der Linie klären konnte.

Nur wenige Augenblicke später setzte Jakub einen Freistoß aus 20 Metern an die Latte.

Erfurt musste tatsächlich noch einmal um die drei Punkte zittern, ging letztlich aber aufgrund einer guten ersten Halbzeit als verdienter Sieger vom Platz.

Was bleibt von diesem Spiel? Zu allererst der Eindruck, dass unsere Mannschaft häufiger mal auf Kunstrasen trainieren sollte – die Bilanz auf diesem Geläuf ist regelrecht unterirdisch. Zum Zweiten die Gewissheit, dass die Truppe wirklich Charakter hat und jederzeit in der Lage ist, ein Spiel wieder an sich zu reißen und umzubiegen. Drittens die Erkenntnis, dass ein Schiedrichter ein Spiel auch und vor allem dann beeinflussen kann, wenn er nichts tut und letztlich ein fader Beigeschmack, da man dieses Spiel tatsächlich in nur 20 schlechten Minuten verloren hat und gerade mit der Leistung der zweiten Halbzeit mindestens einen Punkt hätte mitnehmen können.

Die Aufgabe Punkte mitzunehmen wird in den kommenden Spielen sicher nicht einfacher, denn nun geht es gegen die Spitzenmannschaften der Liga.

An diesem Sonntag ist der SV Ollendorf, Tabellenfünfter mit 16 Punkten, zu Gast. Die Aufgabe, gegen diesen als stark einzuschätzenden Gegner die gute Heimbilanz aufrecht zu halten, wird sicher keine einfache werden. Wir freuen uns also auf ein spannendes und hoffentlich ansprechendes Spiel am Sonntag um 15 Uhr auf dem Sportplatz in Werningshausen.

 

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