Ollendorf II vs. Salamander

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Ollendorf Salamander

Vorletzter gegen den Ersten. Eigentlich eine klare Angelegenheit will man meinen. Wenn da nicht die Erinnerungen an das leidige Hinspiel gewesen wären. Als in der Hinserie die zweite Mannschaft des SV Ollendorf in Werningshausen mit nur neun Mann antrat, erwarteten alle einen Spaziergang der Heimmannschaft. Was folgte war das mit Abstand schlechteste Spiel der Salamander in deren noch junger Geschichte und ein knapper 1:0 Sieg, gegen eine Mannschaft, die gar nicht begreifen konnte, was Werningshausen da auf dem Platz eigentlich trieb.

Irgendwie steckte die Erinnerung noch in den Köpfen und so nahm man sich vor, es dieses Mal gar nicht soweit kommen zu lassen. nachdem man als nun fast schon uneinholbarer Tabellenerster in Ollendorf antrat, freute man sich zuerst einmal, dass es heute gegen Elf mann gehen sollte.

Mit verletzungsbedingt leicht geänderter Aufstellung im Vergleich zum Spiel gegen Bilzingsleben sollte nun der Pflichtsieg her.

Ollendorf Salamander

Aus Tradition zäh

Die gute Nachricht ist: am Pflichtsieg musste nie gezweifelt werden. Die schlechte: auch in diesem Spiel kam die Werningshäuser Elf wieder sehr schwer in Gang. Zwar bestimmten die Salamander das Spielgeschehen wie erwartet von der ersten Minute an, der große Hurra-Fußball, wie gegen Leubingen oder Großmonra, auf den die handvoll mitgereister Werningshäuser vielleicht gehofft hatten, blieb aber aus. Etwas zäh sah das Spiel in der ersten Hälfte aus.

Tore hingegen waren zu sehen. In Minute 13 verwandelte Benny Kind zum 0:1 für die Gäste und schoss damit Tor Nummer 16 in der laufenden Saison. Am Ende des Spieles sollte Benny mit 20 Treffern vorerst zum Spitzenreiter der Torschützenliste aufschließen.

Zwischen diesem 0:1 und dem Schlußpfiff lagen noch fünf weitere Treffer, zwei Elfmeter und viel Unzufriedenheit mit dem eigenen Spiel.

Der Gegner hingegen tat sein Bestes, dem Tabellenführer den Tag schwer zu machen und war streckenweise auch recht erfolgreich darin. Werningshausen tat sich offensiv schwer gegen einen Gegner, der vollständig auf jegliches Mittelfeld verzichtete und dafür mit einer 7-0-3-Taktik auf Defensive und lange Bälle setzte.

Das 0:2 durch Benny fiel daher auch erst in der 40 Minute und bedeutete den Halbzeitstand.

Der Fluch von Ollendorf

Wer die Spieler und Trainer in der Halbzeitpause und auf dem Platz gehört hat, musste sich zwangsläufig an das Hinspiel erinnert fühlen. Viel Gemecker und Gezeter und wenig Freude am Spiel waren da zu vernehmen. Scheinbar erwartet man gegen Ollendorf II ganz speziellen Fußball, so dass eine sichere Halbzeitführung noch zu wenig ist. Schlechte Stimmung scheint der Fluch der Salamander gegen diesen Gegner.

Ob diese Halbzeitführung aber wirklich so sicher war, stand keineswegs fest. Zur Halbzeit gesellten sich dann zwei neue Spieler zur Ollendorfer Mannschaft. Für die zweiten 45 Minuten hatte Ollendorf Unterstützung aus der Kreisliga erhalten.

Dass aber allein dadurch am Anspruch der Salamander, dieses Spiel möglichst eindeutig zu gewinnen, nicht gerüttelt wurde, bewies die Mannschaft mit einem schnellen 0:3 direkt nach Wiederanpfiff. Wieder hieß der Torschütze Benny, der nun sein drittes Tor in diesem Spiel erzielte.

Ein wenig Unruhe kam dann noch einmal auf, als die Gastgeber nach einer ganzen Fehlerkette – beginnend bei einem unnötigen Einwurf in den eigenen 16er, über Fehler in der Ballannahme, weiter über den Unwillen, den Ball aus dem 16er zu klären bis schließlich hin zu einem Foul im Strafraum, das zum Strafstoß führte – den Anschlusstreffer erzielte.

Ein Gegentor so unnötig, wie unbedeutend, denn bereits zwei Minuten später landete ein wunderschöner Distanzschuss von Sven Pauli unhaltbar im rechten Eck. Damit stand es 1:4 (50′) und der Sieger stand nun endgültig fest.

Das Ergebnis jedoch noch lange nicht. Mit dem 1:4 hellte sich die Stimmung auf und man das Spiel nahm endlich an Fahrt auf. Ollendorf öffnete selbst ein wenig und stellte auf ein weniger defensives 6-0-4 um, wodurch sie die Werningshäuser Hintermannschaft durch lange Bälle und viele Positionswechsel in der Offensive tatsächlich stärker beschäftigten, als man es noch vor Anpfiff vermutet hätte.

Die Chancen hatten jedoch die Salamander und diese wurden mal mehr und mal weniger konsequent genutzt. Tor Nummer fünf und Nummer sechs für die Gäste fielen dann jeweils nach Standardsituationen. Das 1:5 erzielte Lars Heßland in der 55. Minute nach einem Eckball durch Mathias Gold (seit Minute 45 im Spiel für Rene Straube) per Kopf. Der 1:6 Endstand wurde per Elfmeter durch Benny Kind hergestellt, nachdem Sven Pauli im 16er gelegt wurde.

Ende gut, alles gut

Unterm Strich ein versöhnliches Ergebnis nach einem wie befürchtet ungemütlichem Spiel. Wie in fast jedem Spiel spielten die Salamander genau so gut, wie sie es mussten. Nicht besser und nicht schlechter. Durch dieses 1:6 und die damit gewonnen drei Punkte festigt Werningshausen seine Position auf Platz 1 der Tabelle und kann sich über ein Polster von aktuell 12 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Großbrembach freuen. Endlich, nach einer offensiv eher zurückhaltenden Hinrunde verfügt der SFC mit 50:11 Toren auch über ein standesgemäßes Torverhältnis. Aktuell besteht also kein Grund, am sicheren Erreichen des Saisonzieles zu zweifeln. Und das lautet nun einmal Platz 1 nach 26 Spieltagen! Wirklich sicher sein kann man sich jedoch erst, wenn auch Großbrembach geschlagen wird. Der amtierende Tabellenzweite wird am 31. Mai (23. Spieltag) in Werningshausen zu Gast sein. Ein Sieg in diesem Spiel wäre dann wohl der Startschuss zur vorzeitigen Meisterfeier.

Bis dahin melden sich aber noch andere Gegner, die sicher Ihre punkte auch nicht herschenken möchten. Am Sonntag, den 26.04.2015 um 15 Uhr findet sich der Tabellenletzte aus Weißensee in Werningshausen ein. Dieser konnte am vergangenen Wochenende durch einen 4:0 Sieg gegen Leubingen (mit Jack aus Greußen) den ersten Dreier der Saison einfahren und hat vielleicht sogar gefallen am Gewinnen gefunden.

 

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