Wenn Fortuna auf Fortunas Seite ist

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Am Sonntag startete der SFC endlich ins neue Jahr. Zu Gast war die Fortuna aus Erfurt. Bei bestem Fußballwetter sahen die Zuschauer ein Spiel, das sich wie folgt zusammenfassen lässt: Eine Mannschaft spielte, zwang den Gegner in die eigene Hälfte, gewann die Zweikämpfe, erarbeitete sich zahlreiche Strafraumszenen und Abschlüsse – die andere schoss drei Tore.

Solche Spiele gibt es immer wieder im Fußball. Spiele, bei denen das Ergebnis so ganz und gar nicht zum Spielverlauf und den Leistungen der beteiligten Teams passen will. Ein solches Spiel durften wir auch am Sonntag sehen. Was der Blick auf das Ergebnis nicht verrät: der SFC machte eines seiner besten Spiele in dieser Saison und besonders die zweite Hälfte ließ wenig Wünsche offen.

Einzig der Umstand, dass die Hausherren aus zahlreichen Chancen nicht ausreichend Zählbares machen konnten, kann man eventuell zum Vorwurf machen. Die Offensive der Fortuna hingegen hatte zumindest in Sachen Effizienz einen goldenen Tag erwischt.

Ganze fünf Mal tauchten die Gäste in 90 Minuten vorm heimischen Strafraum auf. Ganze drei Mal, gelang ein erwähnenswerter Abschluss. Und drei Mal musste der Torhüter der Salamander hinter sich greifen.

Frühe Führung und dann…

Dabei begann der Nachmittag gut für die Heimmannschaft und schon in Minute 9 lief alles nach Plan. Nach einem langen Ball von Steven Triebel, der heute sein bestes Spiel im Trikot der Salamander machte, nahm sich Fred Dittmar der Kugel an, umkurvte den Torhüter und versenkte den Ball anschließend aus kurzer Entfernung zum 1:0 im Tor.

Schon kurz drauf hatten die Hausherren durch einen Kopfball von Kevin Görlach die Chance zum 2:0 zu erhöhen. Kevin kam jedoch nicht richtig hinter den Ball und verfehlte das Tor knapp.

kevin-sfcIm direkten Gegenzug starteten die Gäste einen ihrer seltenen Angriffe und konnten nur durch ein Foul von Steven Becke kurz vor dem Strafraum gestoppt werden. Nicht ganz klar war dabei, ob Steven der letzte Mann war und somit eine klare Torchance verhindert hatte, was dem Regelwerk entsprechend einen Platzverweis zur Folge gehabt hätte. Der über das Spiel hinweg gute Schiedsrichter entschied sich jedoch dafür, es bei einer Verwarnung zu belassen.

Strafe genug war der dann folgende Freistoß. Aus etwa 18m halbrechter Position fand der Ball seinen Weg über die Mauer ins Tor der Salamander. Zu diesem Zeitpunkt ließ sich noch nicht sagen, ob der Ausgleich verdient sein sollte, oder nicht. So oder so war das Spiel auf Anfang gestellt und die Hausherren mussten reagieren.

Nachdem der SFC etwa zehn Minuten für sich in Anspruch nahm, sich neu zu sortieren, rollte dann auch die nächste Angriffswelle. Ab der zwanzigsten Minute erarbeiteten sich die Werningshäuser zahlreiche Chancen, doch weder Fred aus der Distanz, noch Benny mit zwei nahezu identischen Kopfballchancen aus bester Position gelang es, den Ball über die Linie zu bringen.

Zwei Chancen, zwei Tore.

In genau dieser starken Phase hatten die Gäste dann auch ihre zweite Möglichkeit. Nach freundlicher Einladung einer Werningshäuser Verteidigung im kollektiven Sekundenschlaf wurde der Ball über die Abwehr hinweg in den Strafraum gespielt, wo der Erfurter Angreifer als einziger die Situation richtig erfasste und den Ball per Kopf am Heimtorwart vorbei ins Netz drückte.

Auch wenn niemand so recht sagen konnte warum eigentlich, stand es in der 35. Minute 1:2. Mit diesem Ergebnis verabschiedeten sich beide Mannschaften dann auch in die Pause.

Spiel auf ein Tor.

Die Heimmannschaft begann den zweiten Durchgang mit wütenden Angriffen. Der SFC erarbeitete sich Strafraumszenen und Chancen im Minutentakt und scheiterte entweder am Torhüter (Heine), am Außennetz (Christian Becke) oder an etwas zu viel Rücklage (Lars Heßland).

Schon früh gewann die zweite Hälfte ihren Charakter, den sie bis zur 90. Minute – von einer einzigen Szene einmal abgesehen – auch nicht mehr verlieren sollte.

Der SFC drängte die Fortuna in die eigene Hälfte. Entlastung für die Gäste brachten in der Regel nur weite Bälle, die jedoch umgehend wieder den Weg zurück in die Gäste-Hälfte fanden. Immer wieder brachen die Hausherren in den gegnerischen Strafraum ein und immer wieder brachten diese Versuche nichts Zählbares. Dennoch schien es nur eine Frage der Zeit bis zum Ausgleich und eine Frage von nur ein wenig mehr Zeit, bis zur Führung.

Aber es gibt halt diese Spiele. Nach 25 Minuten Dauerdruck auf das Gästetor und nur wenig Entlastung für die Gegner brachen diese dann doch einmal über die Mittellinie.

So Spiele eben…

Und an Tagen wie diesen, dann kannst Du auch mal einen aus 25 Metern im Winkel versenken. Das Tor zum 1:3 war ebenso überraschend wie schön. Eines dieser Tore, das spätestens nach dem vierten Bier beim nächsten und übernächsten und überübernächsten Mannschaftsabend der Fortuna wieder thematisiert werden wird, brachte den erneuten Rückschlag für den SFC.

So schön das Tor war, so unverdient war dieser Erfolg und das schienen alle auf dem Platz und am Spielfeldrand ähnlich zu sehen, denn die Heimmannschaft machte weiter, als wäre nichts geschehen.

lars-kopfballWieder wurden die Gäste in die eigene Hälfte gedrängt und immer wieder stachen die Werningshäuser in den Strafraum vor. Aber, es gibt halt so Spiele (hat das eigentlich schon jemand erwähnt?).

Trotz Daueroffensive dauerte es bis zur 88. Minute, bis die Hausherren endlich das längst überfällige Tor machten. Nach einem Freistoß der in den Strafraum gezogen wurde, nahm sich Lars ein Herz und drückte den Ball aus 11 Metern zentraler Position über die Linie. Nur noch 2:3 und zumindest der mehr als verdiente Ausgleich lag wieder in der Luft.

Am Ende hatte es dann aber doch nicht sein sollen. Das 3:3 fiel nicht mehr und betrachtet man sich das Spiel, so hätte man ohnehin befürchten müssen, dass die Fortuna dann noch in der 92. Minute aus 70 Metern zum 3:4 getroffen hätte. Es gibt halt solche Spiele.

Gutes Spiel, hervorragende Moral – Pech halt

ultras-im-einsatzTrotz der Niederlage haben wir aber ein sehr gutes und in Halbzeit zwei streckenweise herausragendes Spiel des SFC gesehen. Nicht nur fußballerisch – besonders charakterlich wusste die Mannschaft bei dieser unglücklichen Heimniederlage zu überzeugen. Es ist nicht leicht, weiter zu machen, wenn Du alles versuchst und der Gegner aus sehr wenig richtig viel macht. Dennoch hat sich die Mannschaft keinen Augenblick lang hängen lassen.

Vielleicht lag das in Teilen aber auch an der tollen Unterstützung der Zuschauer, die ich an dieser Stelle nicht unter den Tisch fallen lassen will. Besonders in der zweiten Hälfte ließen die Fans nicht locker, die Mannschaft zu unterstützen. Und natürlich fordert so viel Unterstützung auch Opfer, wie dieses Bild einer wund-getrommelten Ultras-Hand zu belegen vermag :)

 

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